Erklärung des Ordens Cordon Bleu du Saint Esprit zur Flüchtlingssituation in Europa

Die in den vergangenen Monaten eingetretene dramatische Flüchtlingssituation auf unserem Kontinent stellt Europa vor bisher seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht gekannte Aufgaben. Bürgerkriege im Nahen und Mittleren Osten sowie in Teilen Afrikas, eine sich ausbreitende Welle von militantem Islamismus in diesen Gebieten, aber auch Perspektivlosigkeit und Armut in Teilen Europas und Afrikas haben eine Flüchtlingswelle in Bewegung gesetzt, die Europa als Gesamtheit in die Verantwortung nimmt.

Als christlicher, humanitärer und internationaler Ritterorden können wir hier nicht abseits stehen und fordern daher die Berücksichtigung folgender Grundsätze und Vorgehensweisen:

  • die uneingeschränkte Unterstützung all derer, die in ihren Heimatländern von unmittelbarer Verfolgung, Vertreibung oder Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt sind

  • eine menschenwürdige Unterbringung dieser Hilfesuchenden und eine zeitnahe Integration in die Gesellschaft des jeweiligen Aufnahmelandes mit dem Ziel, den Menschen eine selbstbestimmte Zukunft innerhalb ihres Gastlandes dauerhaft zu bieten.

  • Europa muss in dieser Krisensituation endlich beginnen, mit einer Sprache zu sprechen und sich auf europaweite, für alle 28 Staaten der Europäischen Gemeinschaft gültige und für alle Zuwanderer verbindliche Regelungen einigen. Einzelne Staaten dürfen in dieser Situation nicht allein gelassen werden.

  • Weiterhin muss Europa einen gerechten Verteilungsschlüssel für die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen finden und auch umsetzen. Ein Europa, das nur in guten Zeiten funktioniert, in Krisensituationen sich aber aus der Verantwortung stiehlt, ist nicht das Europa, das sich der Orden Cordon Bleu du Saint Esprit vorstellt.

  • Andererseits muss, um die Integration der wirklich Schutzbedürftigen im christlichen Sinne zu gewährleisten, sichergestellt werden, dass diejenigen, die lediglich aus materiellen Gründen den Weg in unsere Gemeinschaft finden, konsequent und kurzfristig in ihre jeweiligen Heimatländer zurückgeführt werden. Die Definition sicherer Herkunftsländer auf Europäischer Ebene hat hierbei oberste Priorität.

  • Wer in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union rechtmäßig Aufnahme findet, hat die Pflicht, sich an die Gesetze seines Gastlandes zu halten, dessen Sprache zu erlernen und dessen Kultur zu respektieren. Gleiches gilt auch für alle die Personen, die im Rahmen des Nachzugs von Familien das Gastrecht eines Landes der Europäischen Union beanspruchen.

  • Diejenigen Personen, die zwar verfolgt werden im Sinne des Asylrechts, jedoch nicht bereit sind, die demokratischen Grundrechte ihres jeweiligen Gastlandes anzuerkennen und sichtlich danach zu leben, sind in ihre Heimatländer zurückzuführen. Grundlage allen europäischen Gastrechts muss das humanitäre Weltbild sein, wie es als Wertekanon in die seit dem 2. Weltkrieg zwischen den Europäischen Nationen geschlossenen Verträge eingeflossen ist.

  • Um Europa in seiner Gesamtheit handlungsfähig zu erhalten, ist die Integrität der Grenzen des Schengener Abkommens zu gewährleisten. Dies muss allerdings begleitet werden durch die Errichtung von Erstaufnahmeeinrichtungen an den EU-Außengrenzen.

Der Orden Cordon Bleu du Saint Esprit wird sich in seinen Aktivitäten sowohl auf der Ebene des Zentralordens, als auch in seinen internationalen Gliederungsverbänden / Komtureien an den vorgenannten Grundsätzen orientieren und diese im Rahmen seiner Möglichkeiten und Aktivitäten umsetzen. In diesem Sinne wollen wir den Geist der mittelalterlichen Hospitaliter-Orden, der ja die Grundlage ritterlichen Lebens in der Vergangenheit war,  in die Gegenwart übertragen und mit gutem Beispiel vorangehen.

Thomas H. Eichler

Kapitelrat

Gröbenzell, den 5.10.2015

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